Priligy ist ein Medikament, das zur Behandlung vorzeitiger Ejakulationen eingesetzt wird. Der Wirkstoff des Präparats ist Dapoxetin. Letzterer wurde von dem US-Pharmaunternehmen Eli Lilly entwickelt und wird in Europa von dem italienischen Konzern Menarini vermarktet. Das Medikament ist in zwei Dosierungen erhältlich. Es gibt niedrigdosierte Pillen mit 30 mg des Wirkstoffs. Die hochdosierten Tabletten enhalten 60 mg Dapoxetin. Priligy eignet sich zur Einnahme für Männer zwischen 18 und 64 Jahren, die folgende Kriterien erfüllen:

  • Ihre Ejakulation erfolgt weniger als zwei Minuten nach dem Geschlechtsverkehr.
  • Ihre Ejakulation erfolgt sofort nach einer sexuellen Stimulation.
  • Sie können ihre Ejakulation nicht kontrollieren und haben deswegen Schwierigkeiten in ihrer Beziehung.
  • Die vorzeitigen Ejakulationen liegen bei ihnen seit mindestens 6 Monaten vor.

Ursprünglich wurde der Wirkstoff als Antidepressivum verschrieben. Inzwischen werden die Tabletten auch gegen vorzeitige Ejakulationen eingesetzt.

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Priligy 60 mg oder Priligy 30 mg?

Grundsätzlich sollte man mit der niedrigeren Dosierung beginnen. In manchen Fällen reicht sie schon aus, um die Ejakulation ausreichend zu verzögern. Zudem kann so beobachtet werden, ob auch bei geringer Dosis schon Nebenwirkungen auftreten. Eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr wird die 30 mg-Tablette eingenommen. Sie wirkt ab 1 bis zu 3 Stunden nach der Einnahme. Wenn sie nicht die gewünschte Wirkung hervorruft und keine Nebenwirkungen auftreten, kann beim nächsten Mal zur 60 mg-Tablette gegriffen werden. Die Dosierung sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Die Priligy-Wirkung

In der Vergangenheit wurden von Ärzten zur Behandlung vorzeitiger Ejakulationen vor allem Anti-Depressiva verschrieben. Auch heute noch wählen einige von ihnen diesen Behandlungsweg. Allerdings haben Antidepressiva nicht die gleiche Wirkung wie Priligy, das speziell gegen die Ursachen vorzeitiger Samenergüsse wirkt.

Um den Wirkungsmechanismus des Medikaments zu verstehen, muss man wissen, dass die Ejakulation ein Reflex des menschlichen Körpers ist, der aus einem komplizierten Zusammenspiel zwischen Vorgängen im zentralen Nervensystem ausgelöst wird. Essentiell für einen reibungslosen Ablauf ist der Botenstoff Serotonoin. Er verhindert, dass es zu schnell zu einer Ejakulation kommt. Priligy gehört zur Familie der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Es hilft, den Orgasmus des Mannes und seinen Samernerguss zu verzögern. Das Medikament verhindert, dass Neurotransmitter das Serotonin in den Nervenzellen des Gehirns und des Rückenmarks abbauen. Das Serotonin verbleibt dadurch länger in den Nervenfasern des Gehirns und kann den Ejakulationsreflex verzögern.1

Der Vorteil an Priligy im Vergleich zu anderen Medikamenten, die gegen Depressionen eingesetzt werden, ist, dass der Wirkstoff aufgenommen und vom Körper anschließend wieder komplett abgebaut wird. Die Apsorption erfolgt sehr schnell, sodass der Wirkstoff innerhalb einer Stunde seine Wirkung entfalten und dann wieder ausgeschieden werden kann. Pro Tag sollte nicht mehr als eine Pille eingenommen werden. 

Was sind die Nebenwirkungen von Priligy?

Das Präparat sollte nicht eingenommen werden, wenn Herzerkrankungen vorliegen oder es häufig zu Ohnmachtsanfällen kommt. Depressionen, Wahnvorstellungen, die Einnahme anderer Antidepressiva oder anderer Medikamente, die Einfluss auf die Funktion von Serotonin haben oder ein Nierenversagen können in Kombination mit der Einnahme von Priligy gefährliche Wechselwirkungen haben.

Darüber hinaus ist bei der Einnahme des Medikaments Vorsicht geboten, wenn Patienten unter Schwindel, niedrigen Blutdruck oder Krampfanfällen leiden. Nach der Einnahme sollte man vorsichtig beim Autofahren sein, da es zu plötzlicher Müdigkeit und Schwindel kommen kann.

Bevor das Mittel von einem Arzt verschrieben wird, sollte dieser über alle Medikamente aufgeklärt werden, die eingenommen werden, um gefährliche Wechselwirkungen zu verhindern.

Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen sind Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen. Sie betreffen 1 von 10 Männern, die Priligy einnehmen. Häufig treten außerdem Bluthochdruck, Rötungen und Hitze im Gesicht, eine verstopfte Nase, Angst, Müdigkeit, Gähnen, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Unruhe, Zittern, Schlaflosigkeit, abnormale Träume, erektile Dysfunktion, sensitive Haut, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Tinnitus, Mundtrockenheit und Sehstörungen auf. Diese Nebenwirkungen betreffen zwischen 1 und 10 Prozent aller Patienten.

Weniger häufige Nebenwirkungen sind Ohnmacht, Depressionen, Verwirrung, Stimmungsschwankungen, Nervosität, Unruhe, Somnolenz, Denkstörungen, verminderte Libido, Sehstörungen, Zähneknirschen und Augenschmerzen. Sie sind aber relativ selten und betreffen unter 1000 Männern nur einen einzigen.

Ganz selten treten Schwindel, plötzliche Schlafattacken und das Gefühl auf, eine volle Blase zu haben. Von 10.000 Patienten, die Priligy einnehmen, klagen nur 10 über diese Symptome.

Wenn eines oder mehrere der Symptome auftreten, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann entscheiden, ob es weiterhin unbedenklich ist, den Wirkstoff einzunehmen. In einigen Fällen kann es ratsam sein, auf ein anderes Medikament umzusteigen. 

Kann ich Priligy rezeptfrei kaufen?

Für den Kauf von Priligy ist ein Rezept von einem Arzt notwendig. Es ist nicht möglich, Priligy rezeptfrei zu kaufen. Ein Besuch beim Arzt ist notwendig, wenn man unter vorzeitigen Ejakulation leidet. Nur er kann entscheiden, ob die Einnahme der Tabletten für den Betroffenen unbedenklich ist. 

Wo kann ich Priligy kaufen?

Priligy kann man sowohl im Internet als auch in der Apotheke kaufen. In beiden Fällen ist ein Rezept von einem Arzt nötig. Vielen Menschen sind Ejakulationsschwierigkeiten unangenehm und sie versuchen, ihre Probleme so diskret wie möglich zu lösen. In Internet finden sich zahllose Angebote für Priligy, das man ohne Rezept kaufen kann. Von ihnen ist abzuraten, da sie häufig billige Fälschungen sind und oft die falschen Wirkstoffe enthalten. Die Tabletten unterliegen keiner Qualitätskontrolle und entsprechen in den meisten Fällen nicht den deutschen Medikamentenstandards. Sie zeigen entweder gar keine Wirkung oder führen zu gefährlichen gesundheitlichen Risiken.

Es ist daher unbedingt ratsam, einen Arzt aufzusuchen und das Medikament auf Rezept in der Apotheke zu kaufen oder im Internet zu bestellen. Nur so kann man sicher und effektiv gegen vorzeitige Ejakulationen vorgehen. 

Der Priligy-Preis

Die Tabletten von Lilly kosten im 6er Pack circa 50 Euro. Sie können nur mit einem Rezept gekauft werden. Die Kosten müssen vom Patienten selber getragen werden. Sie werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Es gibt von dem Medikament auch kein Generika. Das heißt, dass es keine günstigere Variante von Priligy gibt.

Quellen:

  1. Premature Ejaculation – WebMD